Jörg Schnitger Drehbuchautor, Regisseur, Produzent
PROJEKT
Vagabonds - Noch lange nicht genug!
2026 / Road Movie und Tragik Komödie
von Jörg Schnitger & Brigitte Drodtloff
Das Drehbuch, gefördert durch Referenz-Gelder der FFA, ist jetzt fertiggestellt.
Kurzinhalt:
Eine 17-jährige - und eine 57-jährige Frau sind auf der Flucht – eine vor der Abschiebung, die andere vor den Wärtern der geschlossenen Abteilung. Der 75-jährige Isolations-Liebhaber Otto wird unfreiwillig zu ihrem Wohnmobil-Chauffeur.
Dabei will der nur dringend nach Bukarest, um dort seine Tochter nach über 30 Jahren wiederzusehen. Die geballte Frauenpower mischt Otto gehörig auf und lässt ihn über seinen Schatten springen!
Synopsis:
Otto (75)
hat sich mit seinem Leben am Rand der Stadt und der Gesellschaft arrangiert. In seinem Wohnwagen gibt es kaum noch etwas zu verlieren, denn er besitzt fast nichts mehr. Und das Einzige, was er unbedingt loswerden möchte, kann er nicht abschütteln: seine Erinnerungen.Sein schmerzendes Bein erinnert ihn Tag und Nacht daran. Ohne Krücke kann er kaum noch gehen. Auf den ersten Blick wirkt Otto wie ein großer, gemütlicher Bär. Aber man sollte ihn besser nicht reizen. Abgesehen vom Postboten und dem Platzwart des Campingplatzes, auf dem er seit Jahren lebt, sieht Otto kaum jemanden. Er hat sich in ein Leben der stillen Isolation zurückgezogen und lässt die Welt an sich vorbeiziehen. Bis eines Tages zwei Frauen in seine sorgfältig abgeschottete Existenz platzen – und sie völlig aus den Angeln heben. Plötzlich ist Otto wieder unterwegs, mitten im Chaos des Lebens, und wird gezwungen, sich mit all dem auseinanderzusetzen, was er längst hinter sich gelassen glaubte.
Mia (17)
ist aus dem Heim abgehauen und auf der Flucht vor den Behörden. Sie sucht nicht das erste Mal bei Otto und seinem Wohnwagen Unterschlupf. Irgendwie hat sie an einen Narren an ihm gefressen. Vielleicht auch, weil er ein Außenseiter wie sie ist. Wieder einmal wird ihr Zufluchtsort zum Versteck und Ottos Nerven werden gehörig auf die Probe gestellt.
Als ein Brief aus Rumänien eintrifft, ist Ottos fragile Ruhe endgültig dahin. Er weiß, dass er vor seiner Vergangenheit nicht länger davonlaufen kann. Er muss nach Bukarest. Und zwar sofort. Mia kann er unmöglich mitnehmen. Abgesehen von Grenzkontrollen, will er sich keinen Ärger mit einer Minderjährigen in seinem Wagen einhandeln. Durch eine List fährt Mia trotzdem mit.
Das bemerkt Otto erst, als ihm eine Frau vors Auto läuft - und Otto kann nur durch eine Vollbremsung Schlimmeres verhindern.
Christa (57)
ist aus der geschlossenen Abteilung einer Psychiatrie ausgebrochen – im Schlafanzug und Bademantel hält sie sich immer noch für eine Gräfin. Nun braucht die zerbrechlich wirkende Frau dringend Hilfe. Sie behauptet, ihr Mann habe sie zu Unrecht wegsperren lassen – und sie hat nicht die geringste Absicht, dorthin zurückzukehren. Otto hatte kaum Zeit, Mia zu verdauen, da hat er schon eine zweite unerwünschte Passagierin an Bord. Für einen Mann, der seit Jahren alles daransetzt, anderen Menschen aus dem Weg zu gehen, sind zwei Flüchtige in seinem Wohnmobil vielleicht der ganz persönliche Scherz des Universums.
Christa ist erleichtert, dass Otto so weit wie möglich fährt. In Bukarest wird sie niemand suchen. Auch Mia freut sich über die Gesellschaft – und darüber, jemanden an ihrer Seite zu haben. Otto dagegen ist kurz davor, ins Lenkrad zu beißen. Mit zwei Flüchtigen in seinem Wohnmobil wird seine sorgfältig geplante Fahrt nach Bukarest zum Roadtrip seines Lebens – mit Chaosgarantie.
Die Reise wird zur Achterbahn der Gefühle, Emotionen und Streitereien. Die drei passen überhaupt nicht zusammen. Mia steckt mitten in ihrer Teenagerphase, während Christa sich zwischendurch tatsächlich so benimmt, als hätte sie den Verstand verloren.
Schließlich erreicht das Trio Bukarest – Ottos Ziel und, zu seinem Leidwesen, den Ort, an dem seine Vergangenheit geduldig auf ihn gewartet hat. Vor der Revolution von 1989 hatte Otto seine Geliebte hinter dem Eisernen Vorhang zurückgelassen – ausgerechnet als sie mit seiner Tochter schwanger war. Dafür hat er eine durchaus stichhaltige Erklärung. Schließlich waren es andere Zeiten. Für das, was Jahre später geschah, hat er allerdings keine Entschuldigung. Als seine Tochter Ada nach Deutschland kam, um ihn kennenzulernen, ließ Otto sie erneut im Stich. Jetzt ist Ada selbst hochschwanger und erwartet jeden Moment ihr Kind. Otto bekommt eine letzte Chance, seiner Tochter gegenüberzutreten – und der Vergangenheit, vor der er seit Jahrzehnten davonläuft. Doch je näher der Moment rückt, desto mehr verlässt ihn der Mut. Wegzulaufen ist schließlich etwas, das Otto immer ziemlich gut konnte.
Ausgerechnet seine beiden unfreiwilligen Begleiterinnen machen ihm schließlich klar, dass er nicht mehr weglaufen darf. Er muss sich Ada stellen. Und seiner Vergangenheit. Doch das Schicksal spielt ihm beinahe einen letzten Streich. Gerade als Otto endlich den Mut findet, seiner Tochter gegenüberzutreten, kommt es zur Katastrophe. Nur Christas schnelles und beherztes Eingreifen rettet Otto das Leben – und ermöglicht ihm das Wiedersehen mit Ada nach all den Jahren.
Otto schenkt Christa und Mia schließlich sein Wohnmobil. Denn er muss nirgendwo mehr hin. Zum ersten Mal in seinem Leben ist er angekommen. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass er jetzt stillsitzen will. Denn Otto hat etwas entdeckt, das gefährlich süchtig machen kann: das Leben. Und er hat keineswegs vor, das nächste Abenteuer zu verpassen. Also machen sich Christa, Mia und Otto wieder auf den Weg. Ein ungleiches Trio, ein altes Wohnmobil – und keine Ahnung, welcher Wahnsinn hinter der nächsten Kurve wartet. Sie fahren weiter in den Sonnenuntergang.